Sie ist im Dunstkreis einer Siebdruckerei aufgewachsen und hatte trotzdem Lust auf Farbe. Selbst später in der großen Stadt war Sabine Nemetz nicht nach frischer Luft zumute. Stattdessen absolvierte sie Anfang der 80er die Blocherer Schule in München mit Bravour, um vom Fleck weg als Grafikdesignerin für die Inhouse-Agentur eines Messtechnik-Konzerns engagiert zu werden.
Danach durfte es schöngeistiger werden, und endlich auch mal gut riechen: Verpackungsdesign für diverse Kosmetiklinien stand auf der Agenda.
Die Farbe des Geldes wurde bald danach interessant: Als Artdirektorin war Sabine Nemetz für sechsstellige Etats bekannter Sportmarken verantwortlich; entwarf Designs für Ski und Snowboards, plante aufwändige Fotoshootings aus dem Helikopter, war für das ISPO-Magazin zuständig. Und lernte die Lektion, die sie bis heute antreibt: Kreativität ist Arbeit. Verdammt harte Arbeit.
Gar nicht sang- und klanglos dann der eigene Agentur-Start. 1991 – erster Kunde war BMG. Und der stellte sie auf eine harte Probe: CD-Cover für die „Zillertaler Schürzenjäger“. Ohren zu und durch.
Bereut hat Sabine Nemetz nicht einen ihrer Schritte. Im Gegenteil: Jede Erfahrung lebt in ihren aktuellen Arbeiten und Ideen weiter. Nun ja, fast jede.